Wanderung 74 Die Gratwanderung Monstein – Büelenhorn – Stulsergrat – Muchetta nach Wiesen Station

Der Muchetta (rätoromanisch für Löschhütchen) ist ein Berg zwischen Davos Wiesen und Bergün  mit einer Höhe von 2622 m ü. M. Auf dem Westgrat besitzt der Berg auf 2585 m ü. M. einen Vorgipfel mit Steinmann, Gipfelkreuz, Gipfelbuch und einem Wegweiser. Dieser Vorgipfel dient oft als Tourenziel mit umfassender Aussicht ins Albulatal. Auf dem Gipfel wird die Aussicht jedoch mit dem Blick auf die Mulde von Davos ergänzt.

Der Gipfel Muchetta von Schmitten aus gesehen

Gipfelfoto Richtung Stulsergrat

Die Gratwanderung von Monstein (1636 m) via Büelenhorn (2808 m) – Stulsergrat (2678 m) – Muchetta (2623 m) nach Wiesen Bahnhof (1197 m) ist eine lange, aber leichte und aussichtsreiche Tagestour. Sie bietet einen grossartigen Panoramarundblick ins gesamte Mittelbünden mit Blick ins Albulatal, ins Landwassertal, nach Davos und auf die Bergüner Stöcke.

Die ganze Tour ist als Wanderweg weiss-rot-weiss markiert, der Wanderweg ist jedoch nicht durchgehend erkennbar. Die Tour nach Wiesen Station dauert  realistisch zehnStunden. Die Schwierigkeit der Tour ist T3. Die Gehzeitenangaben an den Wegweisern scheinen von Spitzensportlern zu sein.

Start: Monstein Dorf Bushaltestelle VBD linie 10  1636 m

Ziel: Wiesen Bahnhof RHB (Tarif in Davoser Pass enthalten) stündlich nach Davos – Platz

Dauer: komplette Tagestour 10 Std ohne Pause

Kondition:Höhenunterschiede: Monstein 1636 m
Inneralp 1992 m Gipfel Büelenhorn 2806 m Stulsergrat 2678 m Gipfel Muchetta 2623 m Jenisberg 1503 m Wiesen Bahnhof 1197 m

Weg/Markierung

Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen.
NWW-Normen markiert: weiss-rot-weiss. Der Abstieg nach Wiesen ist bei Nässe nicht begehbar.

Trittsicherheit/Schwindelfrei:

Gute Trittsicherheit. Gute Trekkingschuhe. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung hier unbedingt notwendig.

Restaurants: Monstein, Jenisberg, Bahnhof Monstein

Panorama:Die Anstrengung wird mehr als belohnt 

Kinder: sehr lange Tour

Der Wegweiser in Monstein bei Punkt 1636 m wies uns auf unser erstes Ziel
das Büelenhorn hin. Der Weg führt auf der orografisch rechten Seite des Inneralp
Baches, auf einer Fahrstrasse Richtung Inneralp. Über die Laubenalp 1850 m,
Unteralp 1877 m, Mittelalp 1930 m. mit seinen Walserhäuser, erreichten
wir Mäschenboden 1995 m. Ab Mäschenboden verlässt man die Fahrstrasse.
Über Alpweiden geht es danach aufwärts. Wanderweg immer gut ersichtlich und
Markierungen sind auch vorhanden. Am Horizont taucht plötzlich das Büelenhorn
auf. Nach der Alp Büelen steigt der Weg an zum Büelenhorn. Stotzig und schweiss-
treibend ist das letzte Stück, bevor man Punkt 2769 m. erreicht hat. Hier bei
diesem Übergang liessen wir die Rucksäcke liegen, und nahmen den Abstecher
zum Büelenhorn unter die Füsse. Nach ca. 10 min. erreichten wir ohne Probleme
das Büelenhorn 2807 m. Was für eine Aussicht von hier oben. Der Abstecher,
obwohl die Wanderung genug lang ist, sollte man sich nicht entgehen lassen.
Piz Ela, Corn da Tinizong und der Piz Mitgel, was für eine Pracht. Nachdem wir
uns sattgesehen hatten, liefen wir zum Übergang zurück. Von dort aus führte
unsere Wanderung weiter Richtung Muchetta. Was einem jetzt erwartet ist
Genuss pur. Auf der Gratkante des Stulsergrates, fast drei Kilometer lang, in einer
atemberaubender Umgebung. Rechts das deutschsprachige Landwassertal, links
das romanischsprachige Albulatal, und unten in Filisur, fliessen mit der Albula
und dem Landwasser auch die Sprachen zusammen. Man staunt ob der
landschaftlichen Schönheit, ob dem direkten Blick zum massigen Klotz des
Piz Ela und man wähnt sich glücklich, noch einen der wenigen ganz schönen
Flecken des Landes betreten zu haben, die nicht überlaufen sind. Kurz vor
Muchetta machten wir unsere wohlverdiente Mittagspause. So eine Mittags-
pause mit gutem Käse, Brot und Wurst und dazu Gratis eine gewaltige Aussicht,
ist immer wieder etwas ganz spezielles das einem im Herzen wohl tut. Kurz nach
Muchetta 2622 m. die Schlüsselstelle. Trittsicherheit sollte man hier haben.
Von Muchetta geht es steil und ein bisschen ausgesetzt runter. Kurz vor Punkt
2335 m. entdecken wir auf der Alpweide, unzählige Edelweissblumen. Bei
Punkt 2335 m (Gelber Wegweiser). bogen wir rechts ab und liefen auf einer flachen Alpweide weiter Richtung Jenisberger Alp.

In vielen Karten ist der Weg noch anders eingezeichnet. Der rotgepunktete geht die Alpwiese bis zu dem gelben Wegweiser jeweils von weiten sichtbar. Hier scharf rechts  abbiegen und in ca 50 m findet man auf gleicher Höhe einen markierten Pfosten. Etwa 200m nach der Breitrüfi stösst man auf den alten Weg. Weg sehr schlecht sichtbar.

Das mit der flachen Alpweide, wird sich schlagartig ändern. Weiter führt uns der Bergweg nach Drosmäder.

Kurz vor Drosmäder geht der Bergweg steil runter, sehr steil! (350 Höhenmeter Falllinie) Bei schlechtem Wetter bilden sich hier oben gewaltige Rüfen. Wir befinden uns nun oberhalb der Breitrüfi. Ab hier wird der Bergweg nun definitiv steil. Wer Knieprobleme hat, sollte diesen Weg meiden wie die Pest. Der Weg ist trotz hohem Gras immer gut
ersichtlich und gekennzeichnet. Durch niedere Föhrenwälder führt einem der
Bergweg an der Breitrüfi vorbei. Ohne Gnade führt der Bergweg weiter sehr
steil abwärts. Und trotzdem ist er ein unheimlich romantischer wilder, einsamer
schöner Bergweg. Bei Nässe aber definitiv zu meiden. Zu steil ist der Bergweg.
Während dem runterlaufen hatten wir eine grandiose Aussicht Richtung Filisur
und Alvaneu. Am Ende der Wiese stossen wir auf einen Wegweser nach rechts. Geschafft…..Auf fast gleichbleibender Höhe, geht es nun Richtung Jenisberger
Alp. Der Bergweg biegt nun in den Drostobel ein. Der Drostobel ist so markant,
das sogar im August noch Altschneefelder im Bachbett vorhanden sind. Schmal
ist der Bergweg und an schattigen Stellen rutschig. Gutes Schuhwerk und ein
bisschen Trittsicher sollte man sein. Durch ein wild romantischer Tobel und
Lärchenwald, erreichten wir die Jenisberger Alp 1989 m.ü.M. Ab hier wird der
Weg nun monoton.

Hier die Schlüsselstelle von der anderen Talseite aus aufgenommen. Der markierte Weg entspricht der roten Linie.

Über eine Forststrasse erreicht man Jenisberg 1504 m.
Danach heisst es weiter auf der Fahrstrasse bleiben. Es geht nun nur noch
abwärts, Richtung Bahnhof Wiesen. Über eine alte Bogenbrücke überquerten
wir die Schlucht des Landwasser, und erreichten danach den Bahnhof der RhB
in Wiesen 1197 m.

bei 2100 m erreichen wir die Baumgrenze…

Mäschenboden Inneralp……

Auf dem Weg von Monstein zum Büelenhorn, Blick Richtung Inneralp – Leidbachhorn – Älplihorn

Gipfel Büelenhorn…Der Wegweiser mit den Gehzeiten haben wahrscheinlich Spitzensportler vorgelegt…realistisch ist die Muchetta in ca. 90 Min zu erreichen…

 

 

Gipfelmarkierung und Wegweiser Muchetta..Die Gehzeiten sind übertrieben……Wiesen ist mit 4,5 Std zu kalkulieren….

Blick Richtung Davos

Blick Richtung Schmitten-Alvaneu

..sehr schn das Wiesner Viadukt….

……..man kann ein Edelweiss finden….

..von hier geht ein steiler, jedoch gelenkschonender Güterweg nach Jenisberg

nach einer weiteren Stunde…Bahnhof Wiesen ist erreicht…..

Weitere Infos: Siehe Wanderung 66 Monstein – Büelenhorn

Fazit: Alpine, aber sehr lohnende Wanderung.
Die Berge Mittelbündens erscheinen in ganz neuer Perspektive. Teilweise weglos.
Abstieg von Muchetta nach Wiesen lang. Lange Tour, mit vielen Höhenmetern, die eine gute bis sehr gute Kondition erfordert.

Wanderungen in diesen Bereich:

Bereich Rinerhorn – Monstein

 

Bereich Wiesen

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