Sunnibergbrücke

Die Sunnibergbrücke

Sunnibergbrücke und Klosters

 

Die Sunnibergbrücke beginnt hinter dem Halbanschluss Klosters Dorf bei Büel und endet am Westportal des Gotschnatunnels, am sogenannten Drostobel. Dazwischen überspannt sie das Tal der Landquart auf einer Strecke von 526 Metern in einer Rechtskurve. Aus diesem Grund ist die Brücke in Richtung des talabwärts liegenden Dorfes Serneus leicht geneigt. Gehalten wird die Schrägseilbrücke, die aus Stahlbeton und Spannbeton besteht, von Stahlseilen, die über die vier Pylone gespannt sind. Auf Höhe der zweiten Pylone (von Büel aus gesehen) wird die höchste Stelle der Brücke erreicht, denn hier befindet sich die Fahrbahn rund 62 Meter über der Landquart, die unweit des Brückenpfeilers am Talboden entlang fliesst. Jeder der vier Pfeiler hat ein Fundament, das rund 16 Meter tief gegründet ist.

Die Fahrbahnplatte wurde von einem Pfeiler ausgehend nach beiden Seiten in Freivorbau-Technik gleichzeitig Richtung Feldmitte hergestellt. Die Tragseile verlaufen in Harfenform von den Verankerungen in der Fahrbahnplatte zu den über die Fahrbahn hinausragenden Pfeilerenden. Die Brücke verläuft in einer leichten Steigung gegen Brückenende Drosstobel. Sie hat im Grundriss einen Kreisradius von 503 Meter. Dies ermöglicht eine zwängungsarme Verformung infolge Temperatur und Betonkriechen sowie einen Verzicht auf Dehnfugen und Brückenlager. Die beiden Fahrstreifen – der bergwärtsführende Richtung Davos beziehungsweise Engadin, der talwärtsführende Richtung Küblis und Landquart – sind jeweils 3,50 Meter breit und somit auch für den Schwerlastverkehr zur RhB-Autoverladestation Vereina geeignet.

Mit dem Bau wurde im Frühling 1996 begonnen. Nach der Fertigstellung diente die Brücke bis zur Eröffnung der Umfahrung Klosters zunächst als Baustellenzufahrt zum Portal Drosstobel des Gotschnatunnels.

Die Brücke wurde zu einem neuen Wahrzeichen der Gemeinde Klosters-Serneus. Im Jahr 2001, noch vor ihrer Eröffnung, wurde das Bauwerk, entworfen vom Bauingenieur Christian Menn in Zusammenarbeit mit Dialma Jakob Bänziger und seinem Ingenieurbüro, aufgrund des einzigartigen Designs mit dem renommierten internationalen „Outstanding Structure Award“ der International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE) ausgezeichnet, eine Plakette an der Fahrbahnbegrenzung erinnert daran.

Die Kosten für die Sunnibergbrücke beliefen sich auf rund 30 Millionen Schweizer Franken.

Am 9. Dezember 2005 wurden die Umfahrung Klosters mit der Sunnibergbrücke und dem Gotschnatunnel dem Verkehr übergeben. An der Eröffnung nahm Prinz Charles als Ehrengast teil. Er verbringt regelmässig seinen Skiurlaub in Klosters.

 

Spannweiten 59,00 m ↔ 128,00 m ↔ 140,00 m ↔ 134,00 m ↔ 65,00 m
Überbaubreite 12,38 m
Brückenlänge 526,00 m
Fahrbahn über Grund 62,15 m (entspricht Höhe über Landquart)
Maximalhöhe 77,17 m (entspricht Höhe Pfeiler 2)
Maximalbreite 17,25 m (entspricht obere Breite Pfeiler 2)

Dohnenflug Sunnibergbrücke am 10.04.2020

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Der Gotschnatunnel ist ab Sonntag, 29. März ab 21 Uhr für die dritte und letzte Sanierungsetappe bis Anfang Juli geschlossen. Der Verkehr wird währenddessen durch Klosters umgeleitet.

Der 4.2 km lange Gotschnatunnel, Kernstück der Umfahrung Klosters, wird seit 2019 in drei Etappen saniert. Ab Sonntagabend, 29. März ab 21 Uhr ist der Tunnel und damit die Umfahrung Klosters für die dritte und letzte Sanierungsetappe gesperrt.

Voraussichtlich Anfang Juli wieder geöffnet
Geologische Schwierigkeiten, das Coronavirus und die ursprünglich als Nachtsperrungen geplanten Arbeiten für den Rück- und Wiedereinbau der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung (BSA) führen dazu, dass die geplanten Arbeiten rund zwei Wochen länger dauern als einst geplant. Der Tunnel soll ab Anfang Juli wieder geöffnet werden. Der Verkehr wird während dieser Zeit durch Klosters umgeleitet. 

0.9.143

 

Sanierung Gotschnatunnel April 2019 – Juni 2020

Ausgangslage
Im Dezember 2005 wurde die Umfahrung Klosters und damit auch der Gotschnatunnel eröffnet. Seither benutzen durchschnittlich 9‘000 Autos pro Tag die 4.2 Kilometer lange Röhre. Wegen Deformationen, welche auf chemische und physikalische Vorgänge im Gestein zurückzuführen sind, muss der Tunnel nun saniert werden.
Vor Jahren wurde aufgrund von Schäden festgestellt, dass die Fahrbahn im Gotschnatunnel an drei Stellen Hebungen aufweist. Da die Ursache dafür nicht bekannt war, wurden geologische Untersuchungen durchgeführt. Die Abklärungen haben Folgendes ergeben: Das Gestein des Gotschnatunnels enthält Schwefel, genauer gesagt Anhydrit. Diesen kann man zum Teil sogar riechen, wenn man durch den Tunnel fährt.
Kommt dieser Anhydrit (Calciumsulfate) mit Wasser in Kontakt, findet eine chemische Reaktion statt und es entsteht Gips. Diese Reaktion führt zu einer Vergrösserung auf das ca. 1.5-fache Volumen, und übt einen enormen Druck auf alles, was dieser Vergrösserung entgegenwirkt. Die Folgen sind Schäden. Beschädigt wurden die Fahrbahn, aber auch auch Leitungen und teilweise Verankerungen, welche beim Bau zur Stabilisierung der Fahrbahn eingebaut wurden.
Ohne Sanierung würde der Aufwand für Unterhalt zunehmen und die Schäden fortschreiten bis zur Unbrauchbarkeit des Tunnels. Im Moment ist die Sicherheit aber gewährleistet.
Strecke
A28 Klosters – Davos (Gotschnatunnel)
Bauzeit
April 2019 bis Juni 2020
Etappe 1         (13 Wochen)  1. April bis 4. Juli 2019
Etappe 2         (10 Wochen)  7. Oktober bis 13. Dezember 2019
Etappe 3         (11 Wochen)  30. März bis 12. Juni 2020
Die Sanierungsarbeiten am Gotschnatunnel werden in sogenannten Bauzeitfenstern (Etappen) realisiert. Bei der Wahl der Bauzeitfenster wurde darauf geachtet, dass diese in Perioden mit möglichst geringem Verkehrsaufkommen gelegt werden (Nebensaison).
Bau
Die schadhaften Abschnitte werden nun sorgfältig saniert. Nebst dem Ersatz der defekten Leitungen wird zwischen dem Felsen und der eigentlichen Betonröhre unter der Fahrbahn eine sogenannte Knautschzone eingebaut, welche allfällige Quellungen aufnehmen kann und verhindert, dass sich die Fahrbahn wieder wölbt. Über der Knautschzone wird zudem ein verstärktes Gewölbe eingebaut, welches der Hebung Widerstand leistet. Die aktuell feststellbaren Schäden an den «Deformationszonen» werden nachhaltig instandgesetzt, so dass die Nutzung der instandgesetzten Abschnitte langfristig gesichert ist. Das ganze Instandsetzungskonzept ist so aufgebaut, dass eventuell später an anderen Stellen auftauchende Schäden analog saniert werden können.
Verkehr
Jeweils eine Woche vor und nach den definierten Bauphasen wird es beim Gotschnatunnel zwischen 21 und 5 Uhr zu Nachtsperrungen kommen. Die Umleitung führt dann ebenfalls via Klosters.
Während der Instandsetzung des Gotschnatunnel ist der Tunnel gesperrt, der gesamte Verkehr wird temporär durch Klosters umgeleitet. Damit die Belastungen für Klosters in Grenzen bleiben, sind die zwei folgenden, flankierenden Massnahmen geplant. Die Massnahmen werden durch die Polizei gesteuert.
1. Verkehrsdienst
An vier Kreuzungen (Alte Bahnhof-, Monbieler-, Gotschna- und Doggilochstrasse ist am Wochenende bei Bedarf ein Verkehrsdienst vorgesehen, der den Langsam- und Ortsverkehr regelt. Dies erhöht für alle Verkehrsteilnehmer die Sicherheit und optimiert zusätzlich den Verkehrsfluss.
Der Einsatz des Verkehrsdienstes ist gemäss den Verkehrsprognosen vor allem zwischen Freitagabend und Sonntagnachmittag vorgesehen, wird bei Bedarf aber auch zu anderen Zeiten eingesetzt.
2. Verkehrsdosieranlage
Um im Dorfinnern eine Verkehrsüberlastung zu vermeiden, wird bei Bedarf an beiden Dorfeingängen eine Verkehrsdosieranlage aktiviert. Dabei wird der einfahrende Verkehr ins Dorf gedrosselt und der Verkehrsfluss im Dorfinnern gewährleistet.
Bauherr
Bundesamt für Strassen ASTRA,  Infrastrukturfiliale Bellinzona, Aussenstelle Thusis
Kosten
Die Kosten mit rund 25 Millionen Franken veranschlagt.

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