Skigebiet Fondei

Das Skigebiet Parsenn-Fondei

 
 

Nachdem man bereits 1953 zusammen mit der AG Aroser Verkehrsbetriebe (AVB, heute: Arosa Bergbahnen) den Bau eines Skiliftes von Langwies nach Pirigen und von dort weiter aufs Mattjisch Horn (Mattlishorn) geprüft hatte, wurde 1963 in Schiers die Gesellschaft Skilift Parsenn-Fondei AG gegründet.[1] Diese erstellte im Sommer 1963 zwei grosse Skilifte bei den Barga im Innerfondei. Der eine wurde von der Firma Gerhard Müller aus Dietlikon erstellt und führte in nordwestlicher Richtung auf das Strassberger Fürggli (Pkt. 2308). Die Talstation, eine bunkerähnliche, futuristisch anmutende Betonkonstruktion befand sich unmittelbar bei den Barger Alpgebäuden.

Anteilsschein der Auffanggesellschaft, die 1969 zumindest den Kreuzweg Skilift retten wollte (was leider scheiterte). Auf der Aktie stehen auch die technischen Daten des Schleppliftes:

Quelle : Alpinforum.com

Im Netz wurden ja auch schon Obligationen der ursprünglichen Skilft Fondei-Parsenn AG angeboten:

Quelle: Tiob » 21.08.2018 – 15:01 Alpinforum.com

 

Kommentar Alpinforum.com:

Beitrag von Basalt » 11.08.2018 – 18:41

Danke für diese neuen Bilder.

Die heutige SO am Wochenende blickt aus aktuellem Anlass (Schleifung der Betonreste auf dem Strassberger Fürggli) ebenfalls nochmals auf 55 Jahre Geschichte Skilifte Fondei zurück. Dabei wird für einmal auch die Prättigauer Sicht dargestellt. Spannend ist vor allem, dass man erstmals auch etwas über den ursprünglichen Initianten der Skilifte erfährt, anscheinend ein Luzerner Betrüger mit Namen Werner Schwegler. :o

Weiter befasst sich der sehr lesenswerte Artikel auch eingehender mit den hochtrabenden Ausbauplänen Mitte der 70er und deren Aus. Geplant waren demnach über 40 Anlagen zwischen Davos und St. Peter im Schanfigg. Es wäre das grösste Skigebiet der Schweiz geworden, mit einer Pistenkapazität für über 30’000 Skifahrer.

Der letzte Teil des Beitrags beleuchtet dann vor allem die aktuelle touristische Situation im Prättigau.

ps: Ob der SO-Autor das S/W-Bild auf Seite 9 der Zeitung hier im AF abgestaubt hat? :wink:


 

Den zweiten, längeren Lift erstellte die Zürcher Firma Skima in Zusammenarbeit mit dem Seilbahnkonstrukteur Theodor Brunner (TEBRU). Diese über 2,3 km lange Anlage verfügte über 25 Portalstützen und führte unter den Reckholdern durch in östlicher Richtung zum Kreuzweg in der Nähe der Parsennfurgga, womit die seilbahntechnische Verbindung zum Davoser Skigebiet Parsenn hergestellt war. Die unebene Topographie machte einige Trassierungsarbeiten notwendig. Die Bergstation befand sich nördlich von Pkt. 2365 auf dem Grat, die Talstation lag etwas südöstlich auf der linken Seite des Fondeierbaches.

barga-skigebiet-fondei-parsenn-skilift Quelle: delcampe.net 2014

Die beiden Lifte, die aufgrund fehlender Elektrifizierung mit Dieselöl betrieben wurden, waren Teil eines grossanglegten Ausbauprojekts (Karte unten)  im Bereich Prättigau, Fideriser Heuberge, Schanfigg und Davos, das jedoch nie im vollem Umfang realisiert werden konnte. Mangels Zufahrt von Langwies her und ohne Möglichkeit einer tariflichen Kooperation mit den Parsennbahnen stand das Unternehmen jedoch schon bald vor grossen Schwierigkeiten und musste 1967 nach nur vier Wintersaisons Konkurs anmelden; der Maschinenpark wurde versteigert.

In der Folge versuchte eine Zürcher Interessengruppe kurzzeitig, den Betrieb des Skilifts Kreuzweg durch die am 1. Dezember 1969 gegründete Auffanggesellschaft Skilift Parsenn-Barga-Kreuzweg Aktiengesellschaft fortzuführen. Das Vorhaben misslang, und die Gesellschaft ging bereits am 10. September 1970 in Konkurs. Die Betriebsbewilligung für die beiden Skilifte erlosch schliesslich im Jahr 1981, die Anlagen blieben jedoch weiterhin stehen.

 
 

1993 entfernte die damalige Seilbahnfirma von Roll auf Ersuchen des Gemeindevorstands Langwies die Tragseile des Skilifts Strassberger Fürggli. Im Sommer 1996 baute von Roll auch sämtliche Liftstützen zurück, dies ohne Erlass einer offiziellen Abbruchverfügung. Die Rettungskompanie IV/35 der Schweizer Armee schleifte Ende Juni 2002 in einer Goodwill-Aktion die drei bei den Barga vorhandenen Liftgebäude. Die Talstation des Skilfts Strassberger Fürggli wurde am 23. Juli 2002 um 21:30 Uhr mit 40 kg Sprengstoff zerstört. Die Armierungseisen wurden abtransportiert, die Zementteile hingegen zermalmt, an Ort und Stelle eingegraben und mit einer Erdschicht bedeckt. Insgesamt waren für den Bau der Skilifte rund 360 Kubikmeter Beton verwendet worden.

Ist mir gestern auch aufgefallen, als ich Wikipedia besucht habe. In diesem Zusammenhang vielleicht noch eine kleine Bitte an Jürgen Haas: vielleicht wäre es möglich, mein Dia-Bild aus Davos von 1984 mit dem Bildquellen-Hinweis „intermezzo“ zu versehen. Ist ja nicht viel verlangt, oder? Danke. Es ist nämlich kein AF-Foto… Nur der guten Ordnung halber. ……..Hab ich gemacht, Viele Grüsse J.H:

Im Sommer 2011 erfolgte der freiwillige Rückbau des Betonpfeilers bei der Bergstation Kreuzweg durch die Davos Klosters Bergbahnen. Noch immer vorhanden sind – neben einzelnen Stützenfundamenten – der Betonpfeiler und das ehemalige Dienstgebäude auf dem Strassberger Fürggli. Auf Initiative von Mountain Wilderness macht sich der Vorstand der Standortgemeinde Fideris Gedanken über eine Entfernung dieser Bauten.

Planung in den 70iger Jahren: Die Schifferbahn war in drei Sektionen von Serneus aus geplant. Realisiert wurde 1987 letztendlich die 2. und 3. Sektion zum Weissfluhjoch.

Aroser Zeitung 2016 retrospektiv zum Thema Skigebietserweiterung Parsenn/Fondei veröffentlichte:

Quelle Aroser Zeitung

Quellenhinweis: Viele Daten stammen aus dem Alpinforum.com hie die Verlinkung:

http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=35&t=28343&hilit=fondei

Siehe auch:

Zeitung vom 07.04.1898

Auf einer Baustelle beim Abbruch gefunden. Eine sehr gut erhaltene Zeitung „The Courier“ Ragaz – Prättigau – Davos und Engadine. Ich habe die einzelnen Seiten eingescannt. Einige genannte Hotels gibt es heute noch. Ebenso Interessant sind die früher veröffentlichten Gästelisten. Es hsandelt sich hier um eine Englischsprachige Zeitung .  —> The Courier lesen

Davos & Lawinen

Beim Weltwirtschaftsgipfel 2018 wurde eine Tatsache bewusst:

Davos ist eine Stadt mitten im Hochgebirge auf 1560m Seehöhe. Es muss jederzeit mit Starkniederschlägen und den damit verbundenen Folgen gerechnet weden. Es wird durch Verbauungen und Gallerien das Risiko minimiert, jedoch wird immer ein Restrisiko bleiben, damit müssen wir Einheimische und auch unsere Gäste jederzeit kalkulieren.

Die Schneefälle wie im Januar 2018 hat es historisch schon immer gegeben und sind nichts aussergewöhnliches. Aus den Folgen der Lawinenwintern wurde rund um Davos viel in die Lawinenforschung und Lawinensicherheit investiert. Ich habe mich mit den Lawinenwintern in den Jahren 1917, 1951, 1954 und 1968 befasst etwas recherchiert.

zum Lawinendossier—->

Warum ist der Davoser Kirchturm verdreht?

Ein Fachmann in Davos kann gelegentlich die Frage hören, ob die gewundene Form des Helms auf dem Kirchturm Absicht oder Zufall sei. Und mancher „Fachmann“verliert sich in einen ebenso märchenhafte Behauptung wie der Laie. Es wurde dann auch von Arch. E.F. Baumann in Davos ziemlich viel Literatur über dieses Thema aus alten Chroniken und älteren Vermutungen zusammengetragen aber nirgends fand sich eine auch nur andeutende Antwort auf diese Frage.   —–>zum Dossier

Davos einst …………..

Wie hat sich Davos verändert Fotos von früher im Gegensatz zu Heute. Ich treffe immer wieder auf Fotos von früher. —> zu den Bildern

Das ehemalige Skigebiet Parsenn-Fondei

Der Wanderer wird sich am Strassberger Fürggli über diese Betonstütze wundern. Ich habe mal recherchiert und bin auf eine interessante Vision in der Vergangenheit gestossen. Falls jemand Material hierzu hat bitte bei mir melden. —> zum Dossier

Pischa – Das langsames Sterben eines Skigebietes

—–>  zum Dossier