Wanderung Nr. 2 Jöriseen Rundtour

Tschuggen (Wägerhus) – Jöriflüelafurgga – Jöriseen – Winterlücke – Tschuggen (Wägerhus)

Jöriseen von der Jörispitze

Unweit von Davos führt die Wanderung zu den Jöriseen tief hinein in die spektakuläre Bergwelt der Silvretta. Die türkis leuchtenden Seen sind dabei aber nur ein Highlight auf dieser vielleicht schönsten Wanderung der Schweiz.

Blick gegen Jöriflüelafurgga und rechts daneben dem Jörihorn mit dem relativ leicht zu erreichenden «Wintergipfel» (T4) gut zu erkennen die Abstiegsroute zu den Seen

Die Jöriseen (zum Personennamen Jöri für «Georg») sind eine Gruppe von Bergseen südöstlich von Davos und nördlich des Flüelapasses.. Der grösste See befindet sich auf einer Höhe von 2489 m ü. M. Die Jöriseen sind im Sommer ein beliebtes Wanderziel.

Gebirgsgruppe der Silvretta und befinden sich auf dem Gemeindegebiet von Klosters (1205 m). Im Süden werden sie vom Flüela Wisshorn (3085 m), im Osten vom Muttelhorn (2825 m) und im Nordwesten vom Jörihorn (2844 m) sowie vom Gorihorn/Isentällispitz (2985 m) eingefasst. Der Zugang erfolgt über die Jöriflüelafurgga (2722 m) im Nordwesten, die Winterlücke (2785 m) im Südwesten, den Jöriflesspass (2558 m) im Südosten oder das Jörital im Norden.

Mit Wasser gespeist werden die Jöriseen unter anderem vom Jörigletscher, welcher auf der Nordflanke des Flüela Wisshorns liegt. Aus dem grössten See fliesst der Jöribach nordwärts durch das Jörital Richtung Klosters.

Blick auf das Flüela Weisshorn und die Aufstiegsroute zur Winterlücke und zu den Resten des Jörigletschers

Talorte sind Davos, Klosters und Susch. Häufige Ausgangspunkte sind Wägerhütta (2206 m) an der Flüelapassstrasse oder das Berghaus Vereina (1942 m).

Beliebte Rundtour

Die Jöriseen gehören nicht nur für die lokale Tourismusorganisation Davos Klosters zu den Top-Attraktionen während den Sommermonaten. Auch Schweiz Tourismus beschreibt die Wanderung als «sehr empfehlenswert».Am häufigsten wird die Rundtour mit Start und Ziel bei der Postauto-Haltestelle Wägerhus/Abzw. Jöriseen an der Flüelapassstrasse beworben.

Die 11 km lange Rundwanderung dauert zirka fünf Stunden und ist eher für geübte Wanderer geeignet( kein Spaziergang in Halbschuhen). Von der Haltestelle aus führt der Weg in nordöstliche Richtung bis zur Winterlücke. Danach folgt der Abstieg entlang des linken Gletscherrandes zu den Jöriseen. Der Rückweg führt hinauf zur Jöriflüelafurgga und von dort aus talwärts zum Wägerhus. Der Rundgang kann auch umgekehrt in Angriff genommen werden.

Bemerkung: Die Route zwischen P. 2349 und der Winterlücke war bis Ende 2019 infolge eines Felssturzes gesperrt. Es gab keine alternative Strecke. Die beliebte Rundtour konnte demnach nicht begangen werden. Der Zugang wurde im Sommer 2020 wieder freigegeben.

Auf knapp 1550 m gelegen, ist Davos im Schweizer Kanton Graubünden schon für sich ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Touren, die tief hinein in die alpine Bergwelt führen. Mit dem Postauto sind die Startpunkte aber noch flexibler und so lassen wir uns bequem zur Haltestelle Wägerhus an der Flüelapassstraße kutschieren und starten die Wanderung zu den Jöriseen auf knapp 2200 m Höhe.

Aufstieg950 m
Abstieg950 m
Distanz11 km
Dauer5 Std
Dauer umgekehrte Richtung5 Std
Höhenprofil950 Meter Aufstieg 950 Abstieg

Via Jöriflüelafurgga

  • Ausgangspunkt: Wägerhus (2206 m) (Postauto-Haltestelle Wägerhus/Abzw. Jöriseen)
  • Route: Über die Jöriflüelafurgga (2722 m)
  • Als Wanderweg weiss-rot-weiss markiert
  • Zeitaufwand: 2,5 Stunden

Via Winterlücke

  • Ausgangspunkt: Wägerhus (2206 m) (Postauto-Haltestelle Wägerhus/Abzw. Jöriseen)
  • Route: Über die Winterlücke (2785 m)
  • Als Wanderwegweiss-rot-weiss markiert
  • Zeitaufwand: 2,5 Stunden

Start/Ziel: Bushaltestelle Wägerhus/Jöriseen 2207m Postbus Flüelalinie (Fahrpreis nicht in Davoser Pass enthalten) Parkplätze ausreichend vorhanden bei Passstrasse.

Panorama:

Wie bereits beschrieben, eine der schönsten Wandertouren der Schweiz……..

Kondition:

950 Höhenmeter Aufstieg und 950 Höhenmeter Abstieg gesamt etwa 11 km.

Weg:

sehr gut markierter und bequem zu gehender Bergweg (bis auf 10 Meter Seilversicherung Abstieg Föriflüelafurgga) (T3). Jörihorn weglos ohne Markierung T4

Schwierigkeit:

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit schon erforderlich Kurze seilversicherte Stelle beim Abstieg Röriflüelafurgga zu den Jöriseen etwa 10 Meter, aber für Durchschnittswanderer ohne Probleme

Für Kinder:

Tagestour

Einkehrmöglichkeiten:

Rucksack

Schutzhütten:

Keine

Aufstieg zum Jöriflüelafurgga

Während wir Hütte und Passstraße bald hinter uns lassen, steigen wir auf dem nie verfehlbaren Pfad gemächlich an. Die Sonne schafft es noch nicht über den vor uns liegenden Bergrücken, taucht die Gipfel im Rücken aber bereits in ein sanftes Morgenlicht. Noch leicht verträumt vom frühen Aufstehen halten wir uns bei der ersten Gabelung links und folgen dem Steig in Richtung der Jöriflüelafurgga, der markanten Einkerbung unterhalb des Jöri- und Gorihorns.

Jöriflüelafurgga

Je näher wir dem Sattel kommen, umso fordernder wird es, wobei von Schwierigkeiten kaum gesprochen werden kann. Eine langgezogene Kurve überwindet geschickt den steilen Direktanstieg und unmittelbar öffnet sich der Blick hinab zu den idyllischen Jöriseen und tief hinein in die Silvretta. Ein Anblick, bei dem sich wunderbar pausieren lässt, auch wenn der Wind im Rücken garstig peitscht.

Blick von Jöriflüelafurgga zu den Jöriseen

Abstecher zum Jörihorn etwa eine Stunde Extra……

Eine kurze Kletterpartie: Das 2845m hohe Jörihorn (T4) Winterspitze

Während die meisten Wanderer direkt weiter zu den Jöriseen absteigen, bietet sich allen Gipfelsammlern noch der kurze Aufstieg zum Jörihorn an. Über den breiten Grat führen mal deutliche, mal weniger deutliche Spuren auf den noch knapp 120 Meter höheren Gipfel. Nur im letzten Teil wird es etwas steiler und ausgesetzter. Direkt am Gipfel des 2845 m hohen Jörihorns folgt eine ganz kurze schmalere und ausgesetztere Passage. Vom Gipfel folgt der Grat weiter zu einem markanten Knubbel und zum 2987 m hohen Gorihorn. Am Horizont ragen hinter den Seen die schroffen Gipfel der Silvretta rund um den Piz Buin auf.

Blick Jörihorn auf die Jöriseen
Gipfelpanorama….
Blick Jörihorn Richtung Davos/Flüelatal

Die Idylle der Jöriseen

Vom Jörihorn geht es auf gleichem Wege zurück in den Sattel und anschließend steil bergab zu den Jöriseen. Ein kurzes Teilstück ist etwas ausgesetzter und mit einem Seil versichert. Der anschließende Abstieg zu den Seen birgt keine weiteren Problemstellen. Das Ufer lädt zu einer Pause in der mittlerweile kräftigen Herbstsonne ein.

Die unterschiedlichen Farben der Jöriseen rühren im Übrigen von den vom Gletscher abgeschliffenen Gesteinen. Das abfließende Gletscherwasser speist den größten der drei Seen, der sich so in einem milchig türkisen Gewand kleidet, während die anderen Jöriseen glasklar sind.

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Von den Jöriseen folgen wir die Wegweisung Richtung Winterlücke/Wägerhus

Wegweisung Richtung Winterlücke/Wägerhus folgen……

Am Rand des Jörigletschers, bzw. durch Klimawandel verbliebene Reste geht es steinig 270 Höhenmeter bergwärts.

Blick Winterlücke zum Flüela Weisshorn
Viele kleine «Nonameseen» auf dem Weg zur Winterlücke
Schönwetterversion
Bei Schönwetter: Blick Winterlücke hintunter zur Flüelapasstrasse

Der Abstieg Zurück zum Startpunkt Wägerhus ist am Anfang sehr steil und rutschig. Wird dann flacher mit etwas Blockkletterei und geht in gelenkschonenden Serpentinen zum Ausgsngspunkt zurück. Wichtig: Auf trockene Witterung achten.

Fazit

Eine traumhafte Wanderung, die keine Wünsche offen lässt, führt vom Flüelapass an den Jöriseen vorbei zum Berghaus Vereina. In einer grandiosen Kulisse eingebettet, erstrahlen die Seen in satten Farben. Gipfelaspiranten sammeln das Jörihorn noch mit ein, dessen Besteigung etwas anspruchsvoller als der übrige, in weiten Teilen einfache Weg ist. Insgesamt eine der schönsten Wanderungen, die man in der Schweiz überhaupt machen kann. Auch in umgekehrter Folge möglich, ich finde die beschriebene Richtung gemütlicher, jedoch nur ein persönlicher Eindruck. Ein Wermutstropfen: An schönen Ferientagen herrscht kann hier am Parkplatz hochbetrieb sein, jedoch ist die Tour sehr weitläufig.

–>Zu den Wanderungen

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