Wanderung Nr. 110 Schlappiner Joch

Madrisa Bergstation – Schlappiner Joch – Schlappin – Madrisa Talstation

Der 2202m hohe Übergang liegt zwischen den Orten Gargellen in Vorarlberg in Österreich und Schlappin in Graubünden in der Schweiz. Gleichzeitig ist der zwischen Madrisahorn und Rotbühelspitze gelegene Pass Grenzpunkt zwischen den Gebirgsgruppen Rätikon und Silvretta.

Schlappiner Joch: Blick ins Montafon nach Österreich

Wegbeschreibung:

Von der Bergstation Madrisa der Wegweisung Richtung Schlappiner Joch leicht bergwärts folgen. Bei Punkt 1991 zweigen wir nach rechts ab und wandern weiter ziemlich auf einer Höhe unter dem Sessellift «Ziegenhüttli» durch bis Punkt 2035.

Bei Punkt 2035 folgen wir der Wegweisung Richtung Schlappiner Joch. ab jetzte geht es Bis zum Punkt 2141 leicht bergauf.

Beim Punkt 2141 erreichen wir den Hauptweg zum Schlappiner Joch. Der Ansteig sind nur noch ein paar Höhenmeter, hat es aber in sich.

Am Schlappiner Joch:

Der Übergang liegt zwischen den Orten Gargellen in Vorarlberg in Österreich und Schlappin in Graubünden in der Schweiz. Gleichzeitig ist der zwischen Madrisahorn und Rotbühelspitze gelegene Pass Grenzpunkt zwischen den Gebirgsgruppen Rätikon und Silvretta.

Via Valtellina

Jahrhundertelang war der Passübergang Teil des heute Via Valtellina genannten Weges, der in einem Gerichtsentscheid des Jahres 1779 gar als „Hauptstraße“ bezeichnet wurde. Die viel begangene Verbindung zwischen Vorarlberg und Oberitalien war der kürzeste Weg vom Bodensee zum Comersee und weiter nach Mailand.

Viele Handelsgüter und über tausend Stück Vieh waren jährlich auf dem Saumpfad vom Montafon ins Prättigau. Aus dem Veltlin kam der Wein auf schwerbeladenen Saumrossen durch das Puschlav und das Engadin nach Klosters im Prättigau und über das Schlappiner Joch ins Tal und weiter bis in den Bodenseeraum.

Geschichte

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Grenze Schlappiner Joch in Hintergrund Gargellen

Am Schlappiner Joch wurden Lanzenspitzen aus der Bronzezeit und axtähnliche Werkzeuge, die als Waffe dienten, sogenannte Paalstäbe, gefunden. Sie verdeutlichen, dass dieser Pass als Verbindung zwischen dem Montafon und Graubünden schon vor Tausenden von Jahren benutzt wurde.

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Das Prättigau wie das Montafon standen von 1477 bis 1649 gemeinsam unter der Herrschaft der Habsburger. Im Zuge des Prättigauer Aufstandes im Dreißigjährigen Krieg überschritten 1621 vom Montafon aus 800 kaiserliche Soldaten unter Oberst Erhard Brion das Schlappiner Joch („Raubend, brennend, mordend. Es ward nicht des Kindes im Mutterleib geschont“). Dem folgten wechselseitige Raubzüge über das Joch, als letzter 1622 ein Einfall der Prättigauer ins Montafon.

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Blick vom Schlappiner Joch Richtung Klosters
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und Richtung Österreich…

Während des Ersten und des Zweiten Koalitionskriegs 1796 bzw. 1799 wehrten Montafoner Schützenverbände – 1799 unter dem Schrunser Landammann Johann Josef Batlogg (1751–1800) – französische Truppen, die von Graubünden kommend ins Montafon einfallen wollten, am Schlappiner Joch ab.

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Österreichischer Wanderwegweiser auf der Passhöhe

Während des Zweiten Weltkrieges wurde auf Schweizer Seite nach 1940 südlich von Schlappin die Sperre Schlappin gebaut, da ein Infanterieangriff über das Joch für möglich gehalten wurde. Es entstanden vier Maschinengewehrstellungen in Felskavernen, die im Zuge des Konzepts Armee 95 aufgegeben wurden.

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Gargellen Montafon gezoomt

Ein Straßenbauprojekt im Jahr 1970 über das Schlappiner Joch, welches die Gemeinden St. Gallenkirch im Montafon und Klosters im Bezirk Prättigau-Davos verbinden sollte, scheiterte am politischen Willen auf beiden Seiten.

Eine Hand in der Schweiz und die andere bereits in Österreich

Vom Schlappiner Joch wandern wir wieder zum Punkt 2141m zurück. Hier folgen wir der Wegweisung nach Schlappin/Klosters

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Abstieg Richtung Schlappin
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nach etwa 1,5 Std erreichen wir Schlappin

Schlappin

Einkehrmöglichkeit im Berghaus Erika

Nun folgen wir die Bergstrasse, die uns direkt zurück zur Talstation führt.

nach etwa 1,5 Stunden ereichen wir die Talstation der Madrisabahn.

Fazit:

In den 70iger Jahren gab es hochfliegende Pläne neben einer Strassenverbindung auch eine Skigebietsverbindung ins Montafon. Heute ist es still geworden am Schlappiner Joch, nur ein paar Wanderer sind unterwegs. Fünf bis Sechs Stunden sind schon notwendig um einen Blick nach Österreich zu bekommen.

Für alle, die mal einen Abstecher nach Gargellen machen wollen:

–> Wanderung Nr. 111 Madrisa Bergstation – Schlappiner Joch – Gargellen