Flüelatal

Das Flüelatal, Blick von Drusatscha
Passtrasse oberhalb Tschuggen

Das Flüelatal ist das nördlichste der drei Davoser Seitentäler. Auf der nördlichen Talseite (Flüelakette) angefangen mit Seehorn, dem Pischagrat zum Pischahorn, Isentällispitze, Gorihorn, Jörihorn zum Flüelaweisshorn und auf der anderen Seite (Schwarzhornkette): Büelenhorn, Sentisch Horn zur höchsten Erhebung in Davos, dem Flüela Schwarzhorn. Im Sommer als auch im Winter sehr bekannte und beliebte Ziele.

Blick von Tscuggen auf das vordere Flüelatal, Gut zu sehen der Parkplatz der Pischabahn.

Erschlossen wird das Tal durch die Flüelapassstrasse, die nur bis Tschuggen auch im Winter geöffnet ist. In den Sommermonaten bis Mitte Oktober wird auch die Flüelalinie von und nach Susch durch Postauto betrieben, der Fahrpreis ist im Davoser Pass nicht inbegriffen.

Links Flüela Weisshorn, Rechts Flüela Schwazhorn. Passtrasse von Tschuggen bis zur Passhöhe

Wichtigste Orte nacheinander sind:

Die Benützung der Flüelalinie ist leider nicht im Davoser Pass enthalten und muss extra bezahlt werden. Weitere Bedarfshaltestellen sind: Stilli, Pischa Bahn Talstation, Tschuggen, Schwarzhorn Parkplatz.

Am Taleingang Stilli, Endhaltestelle VBD Linie 303/304 und Ausgangspunkt für Wanderungen ins Flüelatal, Seehorn, Hüreli, Drusatscha. Im Oktober dank Snowfarming und schattiger Lage bereits gespurte Loipen.

Wandervorschläge ab/bis Stilli:

Wanderung Hüreli oder Seehorn enden meist in Stilli……

Pischa Talstation Ausgangspunkt der Seilbahn (Nur Winterbetrieb) auf die Pischa. Grosser Gratisparkplatz. Ausgangspunkt Wanderung Mäderbeiz/Drusatscha

Wandervorschläge ab/bis Pischabahn Talstation:

Mäderberbeiz max. 1 Std ab Talstation

Tschuggenkapelle mit Parkplatz, Ausgangspunkt für Wanderungen Pischahorn, Pischagrat, Isentällispitz, Gorihorn. Wanderungen ab Tschuggen Richtung Pischa sind am wenigsten anstrengend.

Wandervorschläge ab/bis Tschuggen:

Ausblick vom Pischahorn….Tschuggen ein idealer Ausgangspunkt

Wägerhus/Jöriseen, Ausgangspunkt für Wanderungen zum Jörihorn, Jöriseen via Jöriflüelafurgga, Flüela Weisshorn via Winterlücke

Wanderungen ab/bis Wägerhus:

Die Jöriseenplatte eine der schönstn Wanderungen der Schweiz….

Passhöhe mit Hospitz mit den beiden kleinen Seen

Schwarzhornparkplatz: Ausgangspunkt für Wanderungen Richtung Schwarzhorn und Grialetschhütte.

Blick vom Schwarzhorngipfel auf die Flüela Passhöhe
Stilli am Taleingang: Blick Richtung Davos Dorf, links ist das Schneeband der «Snowfarmingloipe» schon im Oktober zu erkennen.

Flüelapass

Blick auf die Engadiner Seite des Passes
Die Passhöhe mit den beiden Seen und dem Hospitz aus der Vogelperspektive

Der Flüelapass ist ein 2383 m ü. M. hoher Gebirgspass zwischen Davos und Susch im Unterengadin. Er liegt zwischen dem Schwarzhorn (3147 m) und dem Flüela Wisshorn (3085 m). Über ihn verläuft die Europäische Hauptwasserscheide, welche hier von den Albula-Alpen (südwest) in die Silvretta (nordost) übergeht.

Blick auf die Davoser Seite

Der 1867 erstellte Flüelapass bildet die kürzeste Strassenstrecke zwischen dem Rheintal und dem Unterengadin.

Wanderungen Flüelapass:

Flüela Weisshorn mit Winterlücke links

Der Pass ist nicht wintersicher, die Strecke verläuft durch lawinengefährdetes Gebiet. Seit der 1999 erfolgten Eröffnung des nahegelegenen Vereinatunnels wird er daher über die Wintermonate gesperrt.

Die Passstrasse im Bereich Wägerhuus/Jöriseenparkplatz

Alle Wanderungen im Flüelatal:

Das Skigebiet Pischa

Anfang der 1960er-Jahre gab es ersten Überlegungen der Davos Parsennbahn AG als Entlastung ihres Hauptskigebietes ein völlig neues Gebiet zu erschliessen. Die Wahl fiel schliesslich auf die Südwesthänge des Flüelatals.

Das 1963 bei den Behörden eingereichte Projekt sah eine Bahn mit drei Sektionen zum Pischahorn vor, musste aber zurückgezogen werden, da das Gebiet für Schiessübungen genutzt wurde. Daraufhin wurde ein neues Projekt eingereicht welches eine Pendelbahn mit zwei Sektionen zum Pischagrat umfasste. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde dieses nochmals redimensioniert auf eine Pendelbahn mit nur einer Sektion von einer Talstation im Bereich Dörfji an der Flüelapass-Strasse auf 1808 m zum Mitteltälli unterhalb des Pischagrats auf 2491 m. Schliesslich wurden 1967 die Sportbahnen Pischa AG gegründet als Tochterunternehmen der Parsennbahnen. Zu diesem Zeitpunkt war das Flüelatal noch nicht elektrifiziert. Deswegen musste hier erst die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, bevor man mit dem Bau der Seilbahnen beginnen konnte.

Im Jahr 1967 folgte die Eröffnung der Pendelbahn welche durch von Roll gebaut wurde. Ausserdem wurden zwei Schlepplifte im Mitteltälli und auf der Flüelamäder von Garaventa in Betrieb genommen. 1973 wurde ein dritter Schlepplift von Garaventa zum Mittelgrat gebaut. 1993 erfolgte der Ausbau des Mitteltälli-Liftes zu einem Doppelschlepplift mit einer entsprechend höheren Kapazität.

Ende der 1990er-Jahre gerieten die Sportbahnen Pischa wie ihr Mutterunternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. So kam es zu einer Konsolidierung der Bergbahnunternehmen in Davos, wobei die Beteiligung von 52,86 % der Parsennbahnen an den Sportbahnen Pischa zu den 2003 fusionierten Davos Klosters Bergbahnen AG kam. Im Rahmen einer neuen Strategie richtete man sich nun mehr auf alternative Wintersportarten und das Freeriden aus. So kam es 2005 zur Schliessung des Mittelgrat-Liftes, und 2015 zur Schliessung des Flüelameder- und des Mitteltälliliftes.

Grosse Pläne am Schwarzhorn


Wer auf der Passhöhe seinen Wagen oder das Postauto verlässt, wird sogleich drüben am Schottensee – er hat seinen Namen vom milchigen Gletscherwasser – eine ansteigende Wegspur entdecken. Es ist indessen nicht der Pfad, den vor Jahren die Sektion Davos der Schweizer Alpenklubs aufs Schwarzhorn angelegt hat; dieser zweigt erst einen Kilometer unterhalb der Passhöhe gegen Süden ab. Das Flüela-Schwarzhorn ist berühmt wegen seiner grossartigen Aussicht: Sie reicht vom Grossglockner bis zum  Montblanc, wenn helles Wetter herrscht. Dies hätte in den achtziger Jahren  des letzten Jahrhunderts „ausgewertet“ werden sollen. Es bildete sich  eine Aktiengesellschaft zum Bau eines mondänen Hotels auf dem Schwarzhorngipfel. Für den Aufstieg war eine Drahtseilbahn geplant; die günstigen  Schneeverhältnisse sollten Schlittenfahrten das ganze Jahr  über garantieren. Die „Gelegenheit zur Murmeltier- und Gemsjagt “wurden angepriesen – das Hotel Adlerhorst sollte eine Weltsensation werden. Aber die Pläne zerschlugen sich gottlob. Doch noch lange nachher war zwischen den Blöcken beim Flüela-Hospiz die Inschrift zu lesen. „Hier sind Bauplätze zu verkaufen!“ In der  rauen Höhe mutete das freilich wie ein Witz an.

Gletscherskigbiet am Jörigletscher

So würde es heute aussehen…….

Heute weitestgehend vergessen ist, dass es in der Region Davos-Klosters am Ende der sechziger Jahre Initiativen gab ein Gletscherskigebiet für das Sommerskifahren zu erschließen. Das Ganze geschah am Höhepunkt der Skibegeisterung nach dem zweiten Weltkrieg, der wir heute die meisten Skigebiete der Alpen zu verdanken haben. 1969 bildete sich ein Intiativkomitee das verschiedene Standorte in der Region prüfte. In die nähere Auswahl kam der Grialetschgletscher am Nordhang des Piz Grialetsch/ Piz Vadret und der Jörigletscher am Nordhang des Flüela Wisshorns. Als einzig sinnvoller Standort wurde der Jörigletscher ausgemacht, da der Grialetschgletscher in einem Schiessektor lag. Als Zubringer war ein fixgeklemmter Zweiersessellift vom Wägerhuus auf die Winterlücke geplant. Der Sessellift wäre ungefähr 1,5 km lang gewesen und hätte durch ein spektakuläres Hochtal mit eindrücklichen Geröllfeldern geführt. Auf der Winterlücke in knapp 2800 Meter Höhe war auch ein Bergrestaurant geplant, welches die Besucher versorgt hätte.

Hier hätte der Zweiersessellift hochgeführt:

Hier wäre die Bergstation des Zubringersesselliftes entstanden

Blick von der Winterlücke in Richtung des „Gletschers“:

Die Bergststation des Schleppliftes wäre in etwa hier entstanden….

Die kümmerlichen Reste des heutigen Jörigletschers:

Die Situation heute (2018) Vom Gletscher ist fast nichts mehr zu seehen……

Zum Vergleich ein Bild aus den sechziger Jahren:

Bild

Als Beschäftigungsanlage war ein 940 Meter langer Schlepplift auf dem Jörigletscher geplant. Von dort hätte man im Sommer einen schönen Blick auf die türkisblauen Jöriseen gehabt die heute ein beliebtes Wanderziel sind. Da zu diesem Zeitpunkt der lawinengefährdete Flüelapass im Winter gesperrt war wäre das Skigebiet ein reines Sommer- bzw. Herbstskigebiet gewesen.